Schutzgüter

Für die Projekteinreichung ist die Ausarbeitung einer Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) zwingend erforderlich. In dieser  wird  untersucht, ob und in welcher Weise Schutzgüter durch das Kraftwerk beeinträchtigt werden.

Schutzgut Mensch

  • Siedlungs- und Wirtschaftsraum: typische Auswirkungen sind der dauerhafte Flächenverbrauch im Bereich des Speicher- und Ausgleichsbeckens sowie am Krafthaus. Der Wirtschaftsraum Virgental profitiert von den Bautätigkeiten in geringem Ausmaß.
  • Boden und Landwirtschaft: Während der Bauphase und im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen werden Flächen benötigt. Nach Beendigung der Bauarbeiten erfolgt eine Rekultivierung und die natürlichen Bodenfunktionen werden weitgehend wiederhergestellt.
  • Forstwirtschaft: Die Rodung von Waldbeständen ist der wesentlichste Eingriff. Durch Wiederaufforstungen und Ersatzaufforstungen im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen reduzieren sich die Auswirkungen auf ein Minimum.
  • Freizeit, Erholung, Tourismus: Die Auswirkungen sind sowohl während der Bau- als auch während der Betriebsphase beschränkt. Ausgleichsmaßnahmen tragen zur Aufwertung einiger Teilbereiche der Isel bei.

Schutzgut Pflanzen, Tiere und Lebensräume

Die Obere Isel ist ein artenreicher Lebensraum mit einer Reihe von seltenen bzw. gefährdeten Arten. Auswirkungen durch das Projekt ergeben sich vor allem auf Vogelarten, Kulturlanschaftsbewohner im Bereich der Speicherbecken sowie auf Amphibien- und Reptilienlebensräume. Drei exemplarische Lebensformen sind der Pirol, der Frauenschuh und die Deutsche Tamariske.

  • Pirol: Die Planungen sehen die Schaffung von Ausgleichsflächen im Nahbereich des Krafthauses vor, wo der Pirol neue und größere Brutplätze als bisher vorfindet
  • Frauenschuh: Da der Frauenschuh an der technisch idealen Wasserfassung vorkommt, wurde die Wasserfassung Toinig Ost weiter talaufwärts verlegt. Während der Bauzeit wird das Vegetationsgebiet der Pflanze abgesperrt.
  • Deutsche Tamariske: Die Pflanze wird durch das Projekt nicht berührt: Die geplanten Ausgleichsmaßnahmen bieten der Tamariske zusätzlichen neuen Lebensraum.

Schutzgut Wasser

  • Es werden weder Grundwasserschutz- noch Grundwasserschongebiete durch das Projekt berührt.
  • Es sin Auswirkungen auf das Restwasser zu erwarten, die Anforderungen der Qualitätszielverordnung werden aber erfüllt.
  • Das Feststofftransportvermögen der Isel wird vermindert, bleibt aber auch in den flachen Abschnitten noch ausreichend um Aufladungen zu vermeiden.

Schutzgut Klima und Luft

  • geringe und kleinräumige Veränderungen der Temperatur sowie der Luftfeuchtigkeit sind in den Bereichen des Speichersees Toinig, beim Ausgleichsbecken und an den Tunnelportalen möglich.
  • Während der Bauphase kann das Schutzgut Luft durch den Baustellenverkehr sowie durch Bagger- und Tunnelarbeiten belastet werden. Emissionsmindernde Maßnahmen wie die Befeuchtung von unbefestigten Verkehrsflächen und die schnelle Rekultivierung von offenen Bodenbereichen garantieren aber die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte.

Schutzgut Landschaft

  • Die landschaftliche Charakteristik wird vor allem im Bereich des Speicherteichs in Toinig und in Mitteldorf verändert. Durch Ausgleichsmaßnahmen werden diese Effekte aber minimiert.

Schutzgut Sach- und Kulturgüter

  • Auf Sachgüter sind keine bis geringe Auswirkungen zu erwarten. Geringfügige Verkehrsverzögerungen sind möglich.
  • Das Virgental stellt eine durch Landwirtschaft geprägte Kulturlandschaft dar und ist zudem eine bedeutende archäologische Fundregion. Die Auswirkungen auf Bau,- Klein- und Bodendenkmäler können bei Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen als gering eingestuft werden.

Schutzgüterübergreifende Wirkung

  • Lärm: Die Lärmbelastung wurde in einem Gutachten als mäßig eingeschätzt. Auf der südlichen Talseite wird die Belastung für einige Weiler stärker sein.
  • Erschütterungen: Auch hier wurde eine Begutachtung vorgenommen. Mithilfe von Maßnahmen zur Minderung, Beweissicherung und Kontrolle werden die festgelegten Richtlinien eingehalten.
  • Lawinen: Während der Bau- und Betriebsphase werden technische Maßnahmen für den Lawinenschutz umgesetzt.
 
 

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