Fragen & Antworten

zum Projekt

Wie erfolgt die Finanzierung des Kraftwerksprojekts “Obere Isel”?

Die Kosten bis zur Genehmigung belaufen sich auf ca. 7,2 Mio. Euro. Die Finanzierung der Kosten wird zur Gänze von den Gesellschaftern übernommen. Bis zur Einreichung der UVE übernimmt die INFRA die Vorfinanzierung und die Ausfallshaftung für die Gemeinden, danach der EVU-Partner.

Die Gesamtkosten für das Wasserkraftwerk “Obere Isel” belaufen sich auf ca.144 Mio. Euro. Während der Bauphase übernehmen die Gesellschafter 20% der Kosten (das sind immerhin etwa 28 Mio. Euro und das ist für die Gemeinden alleine nicht finanzierbar), der Rest wird über Darlehen an die Projektgesellschaft finanziert.(Bürgermeister Anton Steiner; Prägraten)

Wer trägt die Kosten, wenn das Projekt nicht genehmigt wird? Und wer bezahlt die gesamte Planung?

Die Kosten bis zur Genehmigung belaufen sich auf 7,2 Mio. Euro. Die Finanzierung der Kosten wird zur Gänze von den Gesellschaftern übernommen. Bis zur Einreichung der UVE übernimmt die Infra die Ausfallshaftung für die Gemeinden, danach der EVU-Partner. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Wozu werden dem EVU 3/4 der “Macht” verkauft? Wieso wird nicht ein Projekt geplant, dass 1/4 so groß ist aber zu 100% in der Gemeinde bleibt?

Diese Frage beinhaltet zwei Kernaspekte: Ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen hat die Kompetenz und die Erfahrung auf dem Gebiet der Stromerzeugung- und verteilung und unterstützt die Gemeinden den Strom besser zu verkaufen und zu vermarkten. Ein Kraftwerk, dass nur 1/4 so groß ist, schöpft das Potential der Isel nicht aus. Das nicht genützte Potential könnte auch später nur sehr schwer oder gar nicht genützt werden. Die Beeinträchtigung der Natur durch das kleinere Wasserkraftwerk wäre in etwa gleich groß wie beim „großen“ Kraftwerk und stünde in einem Missverhältnis zum energiewirtschaftlichen Nutzen.

Zudem hat man eine kleinere Variante bereits überprüft, diese entsprach jedoch nicht dem Kriterienkatalog Wasserkraftnutzung. Bei diesem Projekt handelt es sich um die wirtschaftlichste Variante, die realisierbar ist. Das Wasserkraftwerk Obere Isel ist das erste Kraftwerk mit einer Stiftung, die gezielt in konjunkturbelebende Maßnahmen investiert. Deswegen ist das Kraftwerk in dieser Größe geplant. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Wieso muss nach der Inbetriebnahme ein Energieversorger 75% halten? Ist es nicht möglich, dass die Gemeinden jeweils 50% halten können?

Spätestens nach erfolgreichem Abschluss der UVP (noch vor der Bauphase) wird ein EVU einsteigen, nach der Inbetriebnahme wird INFRA aussteigen. Das EVU soll dann 75% der Gesellschaft halten, die Gemeinden 25%. Das resultiert daraus, dass INFRA seine Anteile an das EVU verkaufen wird. Das EVU ist notwendig, da die Gemeinden derzeit nicht über die Mittel verfügen, 100% der Anteile alleine zu halten.(Bürgermeister Anton Steiner; Prägraten)

Warum funktioniert es nicht, dass sich andere Gemeinden Osttirols beteiligen um dieses Projekt mit zu finanzieren? Wieso nicht Kraftwerk Iseltal?

Die direkte geographische Betroffenheit durch das Kraftwerk ist nur für die Gemeinden Prägraten und Virgen gegeben. Eine Beteiligung anderer Iselanliegergemeinden ist prinzipiell nicht ausgeschlossen, bedarf aber der Abstimmung gemeinsam mit den beiden betroffenen Gemeinden im Virgental. Aber selbst eine Vielzahl an Gemeinden wäre nicht ausreichend, um eine 100%-Finanzierung ausschließlich durch Gemeinden zu ermöglichen.(Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler; Virgen)

Warum müssen 75% verkauft werden und somit die Mitsprache??!!

Die Kosten in der Bauphase sind signifikant höher als die Kosten in der Planungsphase. Während die Planungsphase ohne finanzstarke Partner in Form von EVUs durch die Gemeinden und INFRA selbst finanziert werden kann, ist dies in der Bauphase nicht mehr möglich. Die beiden Gemeinden Virgen und Prägraten sowie Infra beabsichtigen, eine Projektgesellschaft zu gründen, bei der die beiden Gemeinden in Summe mit 50% und INFRA mit 50% beteiligt sind. Die Bürgermeister müssen in wichtigen Fragen wiederum ihren Gemeinderat konsultieren. Zusätzlich wird die Bevölkerung über einen Iselrat, Iselforen und Planungsgespräche in die Projektentwicklung eingebunden werden. Schließlich soll die Bevölkerung der beiden Gemeinden über das gemeinsam entwickelte Projekt abstimmen. Spätestens nach erfolgreichem Abschluss der UVP (noch vor der Bauphase) wird ein EVU einsteigen, nach der Inbetriebnahme wird INFRA aussteigen.Das EVU soll dann 75% der Gesellschaft halten, die Gemeinden 25%. Das resultiert daraus, dass INFRA seine Anteile an das EVU verkaufen wird. Das EVU ist notwendig, da die Gemeinden derzeit nicht über die Mittel verfügen, 100% der Anteile alleine zu halten. (Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler; Virgen)

Auf virgentalerweg.at steht, dass die INFRA nur bis zur Einreichung der UVE die Ausfallshaftung übernimmt. Heißt das, dass zwischen UVE und UVP das EVU die Ausfallshaftung übernimmt?

INFRA hat die Vorfinanzierung der Entwicklungskosten bis zur Einreichung übernommen. Für die Entwicklungskosten danach stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl, die jedoch noch nicht festgelegt sind. Eine davon wäre, dass das oder die eintretenden EVUs den Gemeinden ihren Anteil an den Entwicklungskosten abnehmen, um sich an der Kraftwerksgesellschaft beteiligen zu können. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Werden die Bürgermeister von einem EVU vorgeschoben, damit sich dieses unangenehme Öffentlichkeitsarbeit erspart?

Nein, ein EVU ist an der Planungsphase gar nicht beteiligt – weder offiziell noch im Hintergrund. (Bürgermeister Anton Steiner; Prägraten)

Kann das geplante Kraftwerk zu einem Pump-Speicherkraftwerk umgebaut werden?

Die Größe der Speicher (zu klein) und die Länge des Triebwasserweges (zu lang) sind für einen theoretisch möglichen Umbau zu einem Pumpspeicherwerk sehr ungünstig. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Wie werden Iselforum und Iselrat finanziert?

Die Finanzierung von Iselforum und Iselrat ist in den Planungskosten inbegriffen. (Bürgermeister Anton Steiner; Prägraten)

Was war das Ergebnis der telefonischen Befragung und wie viel hat sie gekostet?

Zum ersten Mal wird in Österreich ein Kraftwerksprojekt nicht nur nach ökologischen und ökonomischen Kriterien bewertet, sondern auch nach der gesellschaftlicher Akzeptanz. Dabei kommt auch der wissenschaftlichen Analyse der Meinungen und Positionen zum Kraftwerk eine wichtige Rolle zu. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchung dienen ausschließlich internen Zwecken und werden nicht veröffentlicht. Auftraggeber ist die Firma INFRA, es wurden keine öffentlichen Gelder dafür verwendet.

 

 

 zu Folgewirkungen

Werden uns die Bürgermeister von den vermeintlichen Geldflüssen durch das Kraftwerk auch was abgeben, wenn die Voraussetzungen für Natur-Tourismus beschädigt sind? Welche Arbeitsplätze können sie uns Gastwirten dann anbieten?

Die Erträge der Iselstiftung sollen einen maßgeblichen Beitrag dazu liefern, die touristische Infrastruktur im Tal zu verbessern. Wir erhoffen uns, dass in diesem Bereich kreative Vorschläge in den Iselforen bzw. im Iselrat erarbeitet werden. Ein Projekt, das die Gemeinden selbst nicht finanzieren könnten, wären der Radweg bzw. die Langlaufloipe von Virgen nach Hinterbichl. Solche touristische Projekte können über die Iselstiftung finanziert werden. Dazu sollten die wirtschaftlichen Effekte in der Bauphase ebenfalls berücksichtigt werden. (Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler; Virgen)

Stimmt es, dass das Schwimmbad, Lifte und andere Freizeiteinrichtungen nur mehr durch dieses Kraftwerksprojekt  finanziert werden können?

Prägraten: Die Sport & Freizeit GmbH Prägraten a.G., 100% Tochter der Gemeinde Prägraten, betreibt in Prägraten zwei Schlepplifte und zwei Tennisplätze. Alle Einrichtungen erfüllen nicht nur touristische Aufgaben, sie erfüllen soziale Funktionen für die Prägratner Kinder, Jugend und Bürger. Die Einnahmen aus dem Kraftwerksbetrieb können helfen, den operativen Abgang zu mildern. Die großen Herausforderungen der Zukunft werden sich aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung und der Abwanderung erst mal ergeben. Einnahmen aus dem Betrieb der Wasserkraft Obere Isel schaffen die Möglichkeit für Gegenmaßnahmen. (Bürgermeister Anton Steiner; Prägraten)

Virgen: Der Betrieb der Virger Freizeitanlagen (Schwimmbad, Lift, Rodelweg, Loipe) erfordert jährlich einen Aufwand von ca. € 135.000.-. Die Einnahmen belaufen sich bei ca. € 37.000.- jährlich. Das ergibt einen Abgang von ca. € 98.000.-. Bisher war es möglich, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Jährlich steigende Aufwendungen, besonders im sozialen Bereich, imGesundheitsbereich etc. mit Steigerungen bis zu 420% (bei Gesundheitssprengel), welche Bund und Land uns vorschreiben, engen unseren Handlungsspielraum derart ein, dass die Pflichtaufgaben für uns als eine der finanzschwächsten Gemeinden Tirols kaum bewältigbar sind. Um die Freizeitanlagen in Zukunft ordnungsgemäß betreiben zu können, sind zusätzliche Einnahmen erforderlich. Viele Möglichkeiten dafür gibt es nicht. Die Nutzung der Ressource Wasser zur Energieerzeugung ist eine der wenigen sinnvollen Möglichkeiten, Geld in unser Tal zu bekommen. (Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler; Virgen)

Warum wird das wichtigste Buchungsargument “die Einzigartigkeit unserer Natur” aufs Spiel gesetzt, wenn am Ende der Gemeinde nur 25% der Anteile bleiben?

Der Tourismus braucht dringend neue Impulse: In Prägraten ist die Zahl der Nächtigungen zwischen 1981 und 2010 von knapp 200.000 auf 90.000 gesunken. In Virgen sank die Zahl im selben Zeitraum von 140.000 auf 75.000. Uns ist sehr wichtig, dass der Tourismus wieder ein starker Faktor für die Region wird. Das Kraftwerk spült Geld in die Iselstiftung, die dann ihrerseits in Tourismusprojekte investiert. (Bürgermeister Anton Steiner; Prägraten)

Wird möglicherweise die Trinkwasserversorgung von Obermauern, Marin, Göriach beeinträchtigt?

Beweissicherungen bei Quellen sind Gegenstand der Planung und des Verfahrens. Eine Beeinträchtigung soll dadurch vermieden werden. Sollte die Trinkwasserversorgung beeinträchtigt werden, dann haben die Projektwerber eine mindestens gleichwertige Ersatzwasserversorgung herzustellen..(DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Ist die Existenz der bestehenden Schottergrube noch gewährleistet?

Ja, da der Geschiebetransport während der Hochwasserzeit stattfindet, in der die in der Isel verbleibende Wassermenge ausreicht, um das gesamte Geschiebe abzutransportieren, sind für den Betrieb der Schottergrube keine Änderungen zu erwarten.(DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Wieviel Prozent des jetzigen Wassers verbleibt in der Isel?

Nach dem Zusammenfluss von Isel mit dem Dorferbach in Prägraten verbleiben im durchschnittlichen Monatsmittel 40% des natürlichen Abflusses in der Isel. Durch die natürlichen Zuflüsse steigert sich dieser Wert bis auf auf 64% knapp vor dem Krafthaus. Tendenziell verbleibt in den Niederwassermonaten prozentuell mehr Wasser in der Isel und vor allen in den Monaten der Übergangszeit weniger Wasser. (Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler; Virgen)

Wieviel ist die Restwassermenge bei der Niedrigwasserperiode in Liter/sec. genau?

Beim Pegel Hinterbichl beträgt die Restwassermenge während der Niedrigwasserperiode mind. 230 l/sec und beim Pegel Dorferbach mind. 80 l/s, insgesamt also mind. 310 l/s. Dieser Wert nimmt durch die nachfolgenden Zuflüsse zu. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

Wieso ist auf virgentalerweg.at zu lesen, dass die Restwassermenge gesamt 310l/s beträgt, während 380l/s versichert wurde?

Die Restwassermenge bei Niederwasser nach QZV wäre 310 l/s wie auf der Website angegeben. Für die wasserwirtschaftlichen Berechnungen des Vorprojektes, das wir zum UVE Konzept eingereicht haben, haben wir mit den von mir genannten 380 l/s bei Niederwasser gerechnet. Allerdings müssen wir festhalten, dass die endgültige Restwassermenge im Verfahren von der Behörde festgelegt wird und vom Projektwerber nur vorgeschlagen werden kann. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

 

 

 

Allgemeines

Was ist Wasserkraft?

Wasser gilt als erneuerbare und regenerative Energiequelle und ist eine Alternative zu fossilen Brennstoffen. Diese Energiequelle wird verstärkt zur Stromerzeugung genutzt. In einem Kraftwerk treibt das durchfließende Wasser durch eine Turbine einen Generator an, der Strom erzeugt. Wasserkraft gilt als umweltfreundliche Energieerzeugung. (DI Wolfgang Widmann; INFRA)

 

Was bedeutet die Vogelbeere?

Die Vogelbeere wird IRRTÜMLICH für giftig gehalten. Im ursprünglichen Sinn ist sie aber ein Lebensbaum, der das Leben verlängert und bei äußerer Anwendung Wunden heilt. In der Diskussion zur Nutzung der Wasserkraft geht es uns manchmal ähnlich …daher haben wir die Vogelbeere – die unsere ganzes Tal schmückt – als Symbol für unser Projekt gewählt. Es soll wie die Vogelbeere für Leben stehen. (Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler; Virgen)

 
 

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